Präsentiert:

Verlangsamung

Eine stattzufindende Ausstellung, deren Eröffnungsdatum noch rechtzeitig mitgeteilt wird.

Video: Ana Stanić

In den letzten Jahren lebe ich in einem andauernden inneren Kampf. Meine Bilder nämlich – oder das, was ich durch sie zu erfassen suche – nehmen immer mehr Zeit in Anspruch. Ich glaube, dass der Grund dafür nicht darin liegt, dass ich immer älter und generell langsamer werde. Sondern eher darin, dass sich in meinen Bildern immer mehr Details anhäufen und dass mir meine Malweise, dieses endlose Lasieren ein und derselben Stelle, um die gewünschte Präsenz und Dichte zu erreichen, Stunden über Stunden nimmt, die irgendwie unmerklich verstreichen. Wenn mich tagelang ein Detail des Bildes derart gefangen hält, scheint mir oft, dass ich den Malprozess beschleunigen, produktiver werden müsste, dass ich im Einklang mit dieser Zeit arbeiten sollte, in der alles mit übergeschnappter Geschwindigkeit abläuft und in der – ach! – sowieso keiner weder die Geduld noch die Konzentration aufbringen wird, um sich auf den altmodisch langsamen Genuss bei der Betrachtung meiner Gemälde einzulassen. Eigentlich habe ich mich selbst in diese Falle gebracht, wie sie mir machmal vorkommt. Ich habe mich bei der Wahl des Motivs von Lebensumständen statt von einem Plan oder System leiten lassen. Wenn ich das Gemalte betrachte, muss ich jedoch feststellen, dass es genau so auch gemalt werden sollte. Der Energie, der Atmosphäre halber, damit alles zustande kommt, was ich bewusst und unbewusst  im jeweiligen Gemälde erreichen wollte. Da ich (bis jetzt) kein Patent erfinden konnte, um schnell und einfach zu malen und zugleich mit dem Ergebnis zufrieden zu sein, nehme ich jedes Mal demütig hin, dass diese langsame und mühsame, manchmal frustrierende Art zu malen gerade meine eigene, erkennbare Art ist. Deshalb habe ich beschlossen, die in den letzten Jahren entstandenen Bilder unter dem Titel »Verlangsamung« zu präsentieren.